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Tips & Hinweise

Die Pferdeweide – Grundstein für artgerechte Ernährung und Wirtschaftlichkeit in der Pferdehaltung

HerbstweideDurch das arteigene Verhalten der Pferde ist die Pferdeweide besonders hohen Belastungen ausgesetzt, den das Pferd hat im Unterschied zum Rind andere “Weidegewohnheiten”. Pferde neigen zu stärkerer Futterselektion, was partiellen Kahlfraß zur Folge haben kann. Da sie beim Weiden Lippen und Schneidezähne einsetzten, haben sie auch einen schärferen Verbiss. Pferdekoppeln leiden zudem noch unter dem narbenzerstörenden Tritt unserer vierbeinigen Freunde.All das muss eine Pferdeweide aushalten können und gleichzeitig soll sie nach Möglichkeiten noch zwei Grundbedürfnissen gerecht werden. 
Sie soll:

- Lieferant von dauerhaft hochwertigem Futter sein
- das Bewegungsbedürfnis der Pferde befriedigen und dem auch standhalten

Allein an diesem Anforderungsprofil lässt sich ablesen, daß eine dichte, artenreiche Weide kein Zufallsprodukt sein kann, sondern Resultat von, dem aktuellen Bestand angepassten, Bewirtschaftungsmaßnahmen ist.

Abgesehen von Schleppen, Walzen usw. Gibt es noch einige Faktoren, die oft vernachlässigt werden, aber wesentlich zur Verbesserung der Weidequalität beitragen.

1. Langfristig zu nutzende Pferdeweiden sollten an den Koppelgrenzen mit einheimischen Gehölzen strukturiert werden, um Sonnen- und Windschutz zu sichern. Auf stallfernen Weiden, wo eine kurzfristige Aufstallung nicht möglich ist, können Schutzeinrichtungen gegen länger anhaltende Witterungsunbilden zweckmäßig sein.

2. Der Nachmahd kommt auf Pferdeweiden eine besondere Bedeutung zu. Bei Bedarf ist spätestens 5 Tage nach Abtrieb mit einer Schnitthöhe von 5 bis 8 cm nachzumähen. Dadurch werden das Aussamen der Unkräuter verhindert, übermäßige Weidereste bzw. der verschmähte Aufwuchs von Geilstellen beseitigt und jungen, nachwachsenden Gräsern der Konkurrenzdruck genommen. Regelmäßige Nachmahd verjüngt den Bestand, die Narbe wird dichter und erhöht die Futterqualität und Futteraufnahme. Wenn zu viel “Schnittgut” den Nachwuchs behindert, sollte es abgefahren werden.

3. Mischbeweidung erleichtert Einiges. Regelmäßiger Wechsel der Weidetiere (aber auch gleichzeitige Beweidung) unterstützt die Pflegemaßnahmen nachhaltig, denn Pferde und Rinder ergänzen sich in ihrem Graseverhalten! Rinder selektieren anders und beanspruchen die Narbe durch Verbiss und Tritt gleichmäßiger. Dies wirkt den negativen Folgen der selektiven Beweidung durch Pferde entgegen. Mischbeweidung verringert den Anteil des verschmähten Aufwuchses, weil die durch Exkremente der Pferde verursachten Geilstellen von Rindern gefressen werden und umgekehrt. Gleichzeitig wird auch der Infektionsdruck von Endoparasiten gemindert. Schafe eignen sich weniger für die Mischbeweidung, da sie genau wie die Pferde, die Pflanzen tief verbeißen!

4. Nachsaat verbessert das Grünland Durch wiederholte Nachsaat können Grünlandbestände spürbar verbessert und länger erhalten werden. Sie ist immer dann zu empfehlen, wenn der Altbestand noch mehr als 50% futterwirtschaftlich wertvolle Gräser, aber etwa 20% Lücken aufweist.
Als Termine sind das Frühjahr (Ende März/Anfang April) oder der Spätsommer (Ende Juli- Ende September) geeignet. Es kommt immer darauf an, welches Problem vorliegt. Ist der Konkurrenzdruck durch die Altnarbe hoch, dann wählt man den Spätsommer als Nachsaisonpreise, hat aber den Nachteil, daß die Feuchteverhältnisse unbestimmt sind. Bei zu erwartend geringem Konkurrenzdruck, weicht man auf das Frühjahr aus und geniesst den Vorteil der Frühjahrsfeuchte.
 Bei der Nachsaat sollte man auf die Schlitz- oder Scheibendrillmaschine zurückgreifen und ca. 20kg Saatgut / ha in die Altnarbe drillen. 
Um vorher die Konkurrenzkraft der Altnarbe zu reduzieren, sollte man die Koppel so früh, wie möglich beweiden und keine N-Düngung der Folgeaufwüchse vornehmen.
Der Einsatz konkurrenzstarker und schnellwüchsiger Gräser (Deut. Weidelgrass, Wiesenschwingel etc.) fördert einen dichten und nahrhaften Bewuchs.

5. Neuansaat 
Eine Neuansaat empfiehlt sich, wenn die Narbe bereits zu mehr als 50% aus minderwertigen Gräsern und hartnäckigen Unkräutern besteht. Ansaatmischungen sind nach der Bodenart und nach den Anforderungen der Pferde auszuwählen und sollten enthalten: Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe, Wiesenlieschgras, Wiesenschwingel und Rotschwingel. Diese Arten im Gemisch liefern schmackhaftes Futter, bilden eine dichte Narbe, regenerieren schnell, schließen Lücken in der Narbe und eignen sich auch für eine Schnittnutzung. Als Termin sind ebenfalls das Frühjahr und der Spätsommer geeignet. Es empfiehlt sich jedoch ein Umbruch mit nachfolgender Zwischennutzung zur nachhaltigen Unkrautbekämpfung. Die Saatgutmenge beträgt ca. 30-40kg/ha je nach Grasart und Mischung. 
(Regionaltypische Mischungs- und Sortenempfehlungen für Nach- und Neuansaaten werden von den Landesanstalten für Landwirtschaft angeboten)
.

6. Was die Düngung angeht, sollte man seinen Boden und das Gras testen lassen, um so die optimal Nährstoffversorgung für das Grünfutter zu ermitteln. Nur soviel sei vorab erwähnt: Pferdedung bitte immer nur als Rottedung ausbringen, da sonst die Infektionsgefahr durch Parasiten steigt.

7. Nutzung

Pferdeweiden werden meist als Stand- oder Umtriebsweide genutzt. Längliche Koppeln sind vorteilhaft, da der Bewegungsfreiraum größer ist. Als Koppelgröße sind 1,3 ha je Pferd zu veranschlagen, für Kleinpferde reichen 0,8 ha. Unabhängig vom Weideverfahren ist die Mähweide konsequent durchzusetzen. Die drei Vorteile – besserer Pflanzenbestand, weniger Geilstellen und kontinuierlich weidereifes Futter – führen letztlich zu einem hohen Ertrag, schmackhaftem Futter, einem höheren Futterverzehr, niedrigeren Weideverlusten, weniger Nachmahd, geringerem Parasitenbesatz und einer hohen tierischen Leistung.

Der Befall mit Würmern ist die heimtückischste und permanenteste Krankheit der Pferde. Obwohl man nicht auf anthelminthische Behandlungen (Entwurmungen) der Pferde verzichten kann, muss das Weidemanagement auf eine Reduzierung der Wurmbürde ausgerichtet sein:

- junge und ältere Tiere getrennt weiden,
- Jungtiere im Frühjahr auf „saubere“ (nicht mit Wurmeiern/-larven verseuchte) Weiden auftreiben. Saubere Weiden sind z.B. Neuansaaten, im Vorjahr oder ab August des Vorjahres nicht mit Pferden beweidete 
Koppeln bzw. gemähte Koppeln
- Verstriegeln des Kotes bei heißem und trockenem Wetter,
- wirksam, aber sehr arbeitsaufwendig ist eine manuelle Kotentfernung,
- wenn möglich, sollte eine Entwurmung immer mit einem Umtrieb auf eine saubere Weide kombiniert werden,
- Mischbeweidung, Mahd und Nachmahd mit Abräumung des Mähgutes unterstützen die Weidehygiene.

Durch regelmäßige Pflege und den Einsatz hochwertigen Saatgutes können Pferde bei ordnungsgemäßer Übergangsfütterung ihren täglichen Nährstoffbedarf allein aus Weidefutter decken. Erst bei Belastung ist Zufutter (Kraftfutter) zu verabreichen. Auch laktierende Stuten, Deckhengste und Fohlen müssen Zufutter erhalten.

Die Gesunderhaltung, Wohlergehen und Leistungsbereitschaft des Pferdes beruhen im Wesentlichen auf einer möglichst artgerechten Haltung und Fütterung. Dementsprechend intensiv sollte man sich regelmäßig der Weidepflege widmen, um langfristig in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen die Grundversorgung seiner Pferde zu sichern. Dabei darf die Qualität des Saatgutes ruhig auch etwas besser sein.

Autor: Patricia C. Thompson, www.green-e-lite.com
Quelle: Landesamt f. Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung.

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Manu: Kann mir jemand sagen ob Hannelore Weber auch eine Webseite mit Verkaufspferden hat

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