Auf unseren täglichen „Pirschgängen“ durch das Internet begegnen wir immer öfter den sogenannten Fuhrhaltereien. Ein begrüßenswertes Phänomen, zeigt dies doch ein gesteigertes Interesse in unserer Gesellschaft an einer uralten, traditionsreichen und vor allem „nachhaltigen“ Art zu wirtschaften.
Aufgefallen ist uns eine Fuhrhalterei im schönen Hessen. Die Fuhrhalterei Zauner entwickelte sich eher zufällig aufgrund großer Nachfrage nach Kutsch- und Planwagenfahrten. Aus dem anfänglichen Arbeitsbereich „Sanfter Tourismus“ heraus wurde nach weiteren Aufgaben gesucht, in denen die Pferde sinnvoll und umweltschonend eingesetzt werden können. So bietet die Fuhrhalterei Zauner z.B. eine echte Alternative zur herkömmlichen Landwirtschaft.
„Müssen Sie noch Traktor fahren oder können Sie schon mit Pferden arbeiten?“
Das ist der erste Satz im Kursverzeichnis der Fuhrhalterei und hinter dieser Frage verbirgt sich weit mehr, als einem auf den ersten Blick vieleicht einfällt – Biologisch dynamische Landwirtschaft, auf diesen Zug ist so mancher Landwirt aufgesprungen. Aus Überzeugung, aus wirtschaftlichen Gründen etc. Betrachtet man dieses Bild vom „grünen Ackerbau” jedoch mal etwas differenzierter, dann kommt man schnell ins Grübeln.
Biologisch dynamisch bedeutet auch nachhaltig wirtschaften. Ist es nachhaltig, wenn man bei der extensiven Bearbeitung von Ackerland und Grünland nach wie vor auf fossile Brennstoffe angewiesen ist? Eher nicht und deshalb stellt sich die Frage nach einer Alternative.
Alternative zur Maschine
Sie ist vielseitig einsetzbar, wird mit Sonnenenergie angetrieben, hat Allradantrieb mit Turbocharger, verfügt über ein Sichtfeld von 340 Grad, eine intelligente Datenbank und einen adaptiven Motor. Außerdem ist diese Alternative ein sanfter und liebenswerter Mitarbeiter, arbeitswillig und nicht mit Sozialabgaben, Rentenansprüchen u.ä. belastet. Das Pferd!
Natürlich sind Pferde in der Pflege anspruchsvoll, aber rechnet man die Kosten für einen Traktor im Jahr auf die Kosten für die Pferdehaltung um, könnte diese Bilanz bei einem kleinen bäuerlichen Betrieb durchaus positiv für das Pferd ausfallen. Mit zwei gut ausgebildeten Pferden a 680 kg und der entsprechenden Ausrüstung werden in 10 Stunden Feldarbeit z.B. 0,8 Hektar Land gepflügt, 2,8 Hektar kultiviert und 3,5 bis 4,5 Hektar Land bepflanzt.
Außerdem kann das Team in dieser Zeit einen Wagen mit 1,5 Tonnen über eine Strecke von 30-40 Kilometern transportieren. All das und Vieles mehr erfährt und erlebt man in der Fuhrhalterei Zauner.
Um den Betrieb selbst regenerativ zu entwickeln wurde ein eigener Hengst erfolgreich zu Körung vorgestellt und der Bestand um 3 Zuchtstuten ergänzt. Alle Pferde tragen im landwirtschaftlichen Selbstversorgerbetrieb für die eigene Ernährung bei und tragen darüber hinaus noch für die der Menschen ihren größtmöglichen Anteil dazu.
Tätitgkeitsfelder breit gefächert
Die Tätigkeitsbereiche der Fuhrhalterei sind breit gefächert und reichen von der Ausbildung für Mensch und Tier über die Lohnarbeit in der Land- u. Forstwirtschaft und im Gemüsebau bis hin zu Schauvorführungen und der Zucht inkl. Hengststation.
Mit speziellen “Sie & Er Kursen” leistet die Fuhrhalterei auch noch einen Beitrag zur Verständigung von Paaren und Singles. “Die Gedanken zu diesem Kurs sind vielfältig. Zum einen denken wir an Paare, bei denen vielleicht ein Partner reitet und der andere Partner evtl. mit dem Pferd arbeiten möchte. “ (Zitat Webseite)
Wer hätte das gedacht! Legt man dabei noch die emotionale Intelligenz eines Pferdes als therapeutischen Effekt zu Grunde, dann könnte dies durchaus ein lohnendes Wochenend-Erlebniss für Reiter-Paare und solche, die es werden wollen, sein.
Wir sind jedenfalls hellauf begeistert über so viel persönliches Engagement für unsere Umwelt, das Kulturgut Pferd und ein nachhaltiges Wirtschaften! Wer mehr erfahren möchte, kann dies unter http://www.fuhrhalterei-zauner.de
Autor:
Patricia C. Thompson
Schöne Grüsse aus N.Ö.Möchte gerne den nächsten Fuhrmann-Stammtisch der ÖIGP besuchen. Wenn er in Verbindung mit einer DIA -Vorführung über die Amish Farmer-Arbeitspferde/Maultiere steht,würden die Österr.Kaltblutzüchter endlich merken das die Salamizucht zu ende ist.Es ist Bewundernswert,wie Aktiv eure Kaltblutszene ist.Erfreulich das die Jungbauerngeneration wieder Mut zum Pferd für Feld u.Waldarbeiten hat.Die Wertschöpfung als Arbeitskraft wird wieder erkannt.Grossteils deswegen sind Amisch-Farmer die Wohlhabensden u.Schuldenfreien Landwirte die es gibt.Gruß vom Freund der Pferde!