Durch die Energie, die Pferde im Training benötigen, um ihre Muskeln anzutreiben wird viel Wärme erzeugt, die nach außen abgegeben würden muss. Pferde steuern dies durch das Schwitzen und der dadurch entstehenden Verdampfungskühlung, um ihre Körpertemperatur stabil zu halten. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass ein Pferd zu 65% aus Wasser besteht, d.h. bei 550kg reden wir von 350kg Wasser.Trainiert man ein Vielseitigkeitspferd bei mittlerer Temperatur im Sommer, verliert es ca. 10 Liter Flüssigkeit pro Stunde. Auch wenn das Pferd während des Trainings mit Wasser versorgt wird, kann es auf einer Strecke von 80 bis 160 km bis zu 40 kg an Gewicht verlieren. In kontrollierten Versuchen wurde festgestellt, dass von 35kg Gewichtsverlust 25kg Schweiß sind. Dieser Schweiß enthält ca. 250mg an Elektrolyten.
Daraus ergibt sich nicht nur, dass die Bereitstellung von ausreichend Wasser eine wichtige Rolle spielt, sondern auch die Versorgung mit Elektrolyten ein lebenswichtiger Faktor ist.
Was sind Elektrolyte?
Elektrolyte sind im Körperwasser gelöste Mineralien, die das Zellgleichgewicht erhalten und somit die lebenswichtigen Zellfunktionen (Stoffwechsel etc.) unterstützen. Die wichtigsten Mineralien sind Natrium, Kalium, Chloride, Kalzium und Magnesium. Pferdeschweiss enthält sehr viel dieser Elektrolyte, speziell Natrium, Kalium und Chloride.
Der Unterschied zwischen unserem Schweiß und dem unseres Pferdes ist signifikant. Menschlicher Schweiß ist hypotonisch, d.h. die Elektrolytkonzentration im Schweiß ist niedriger als die intra- u. extrazelluläre Flüssigkeit. Beim Pferd ist das genau umgekehrt: Der Schweiß ist hypertonisch.
Wir Menschen sind deshalb dazu angehalten den Salzkonsum möglichst gering zu halten, das gilt aber bitte nicht für unsere Pferde!
Was bedeutet das alles?
Im Allgemeinen bekommen unsere Pferde nicht genug Salz. Ein Pferd in gemäßigten Klimazonen sollte während Trainingszeiten ca. 50 gr. Salz pro Tag erhalten. Im Sommer, wenn die Temperaturen steigen und mehr Schweiß abgesondert wird, erhöht sich die Vorgabe auf 75 -125 gr. pro Tag. Dabei kann es sich um normales Salz oder eine 3:1 Mischung von NaCl und KCl handeln. Bei Gabe von qualitativ hochwertigem Heu reicht die Gabe von einfachem Salz, da im Heu selbst genügend Kalium enthalten ist.
Ein Salzleckstein ist auch eine gute Idee, aber wahrscheinlich nicht ausreichend – auch nicht im Erhaltungsbedarf. Neueste Forschungen haben ergeben, dass die freiwillige Aufnahme von Salz bei Pferden im, Training sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Man hat festgestellt, dass bei vier von sechs Pferden die Aufnahmemenge von Natrium weit unter dem Erhaltungsbedarf lag. Folglich muss es dem Futter beigemischt werden oder in anderer Form verfüttert werden.
Einsatz im Leistungssport
Wie sollte man Elektrolyte vor und sogar während verlängerter Trainingszeiten ersetzen?
Erfahrene Endurance-Reiter wissen um die Wichtigkeit der ausreichenden Versorgung des Pferdes sowohl mit Wasser, als auch mit Elektrolyten, um medizinischen Problemen während eines Rennens vorzubeugen.
Elektrolyte werden oft zu einer Paste vermischt. Der Träger ist meist Apfelbrei oder Joghurt ( Blaubeere scheint hier den Geschmack des Pferdes zu treffen ) und wird mittels Spritze oral verabreicht. Dieses Gemisch kann während des Rennens in regelmäsigen Abständen dem Pferd verabreicht werden.
Neben Natrium und Kalium spielen hierbei die Mineralien Kalzium und Magnesium eine besonders wichtige Rolle.
Kürzlich durchgeführte Untersuchungen haben ergeben, dass die Gabe von Elektrolyt-Paste vor und wahrend längerer Einsatzphasen sicher und effizient ist. Araberpferde, die während einer 60km- Simulation auf dem Laufband auf diese Weise mit Elektrolyten versorgt wurden, konsumierten zweimal soviel Wasser, wie die Kontrollgruppe. Ihr Gewichtsverlust war geringer und die Konzentration von Natrium und Chlorid im Blut war hoher.
Diese Experimente scheinen die Gabe von hohen Elektrolytmengen vor und während des Trainings zu rechtfertigen. Einige Reiter haben ihren Pferden beigebracht, leicht gesalzenes Wasser zu trinken. Welche Methode auch immer, es ist wichtig, dass Ihr Pferd diese Prozedur durch regelmäsigen Einsatz während der Trainingsphasen zu Hause bereits gewohnt ist.
Um den gewünschten Effekt beim Einsatz von Elektrolyten zu erzielen, ist wichtig, dass Ihr Pferd immer Zugang zu frischem Wasser hat. Das Pferd kann nur dann von den Elektrolyten profitieren, wenn es genügend Wasser trinkt.
Wieviele Elektrolyte sind notwendig?
Die Menge an Schweißverlust hangt von mehreren Faktoren ab, aber die Wichtigsten sind wohl die Dauer und Intensität des Trainings, sowie die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Die Meisten unter uns haben nicht die Möglichkeit, ihr Pferd zu wiegen, aber als grobe Richtwerte kann man sich folgende Zahlen merken:
• Ein Pferd in leichter Arbeit bei moderatem Wetter verliert ca. 5 Liter Schweiß pro Arbeitsstunde.
• Bei heißem Wetter verdoppelt sich dieser Wert auf ca. 10 Liter pro Arbeitsstunde.
• Bei extremer Beanspruchung unter warmen klimatischen Bedingungen kann ein Pferd zwischen 25 und 40 Litern an Schweiß verlieren.
Wenn Sie Ihrem Pferd eine gute Alternative mit einem breiteren Spektrum an Mineralien zusätzlich zum Salz beifüttern mochten, können wir Ihnen den täglichen Einsatz von Seetang (gemahlen) empfehlen. Für Pferde in ihrer Eigenschaft als Pflanyenfresse , ist diese Form der Mineralien zugänglicher, als chemisch hergestellte Mittel.
Beim Einsatz von Salz achten Sie bitte genau auf die Menge! Sie sollten hier mit einem Messbecher oder Löffel und einer Waagebewaffnet etwas Zeit in Ihrer Küche verbringen, um Nichts falsch zu machen.
Autor:
©James Hart, Equine Herbalist, Dip.Herb.Med, MNZAMH.www.equineherbals.com
Ubersetzt und erganzt mit Genehmigung des Authors von Patricia Thompson, HORSELITE Products. patricia.thompson@horselite.com/ Verfielfältigung und Abdruck nicht honorarfrei !
[...] Gehen Sie dazu über, Ihrem Pferd eingeweichtes Heu anzubieten oder übergießen Sie das Heu mit einer Salzwasserlösung, um die Wasseraufnahme vor und nach der Reise zu steigern und den Elektrolythaushalt im Gleichgewicht zu halten (Siehe dazu auch den Bericht “Das Salz unserer Pferde”) [...]